Gestern: als der Tag in die Nacht abhebt, steht ein Mann mit zwei Beinen, und schwebt, im Zwischenraum. Als Meister der Verkleidung, setzt er sich Masken auf, lebt unsichtbar, für die Welt am Rand, wo ihn nur die andren sehen und alle weitergehen. Er verstößt die Mitte, greift zu vier Flaschen Morphin, schüttelt alles ab, nur sein Leben nicht. Den Tod gibts nicht geschenkt. Solange seine Füße unter diesem Himmel, entscheide immer noch ich, sagt jemand. Wir öffnen unsere Münder und Worte kommen heraus, Zuneigung zu gestehen. Warum nicht früher, fragt er und nimmt seine Maske ab. Geschützt haben wir uns und nicht ihn. Unser Mut war eingeschlossen, hinter unseren Lippen, wie sein Leben in den Händen des Morphins. Schweigen schützt nur den Schweigenden, nicht den Leidenden. In die Mitte rücken wir, während am Rand schon das nächste Gewitter aufzieht.
Zuerst erschienen in Zwischen Himmel und Mut (2023)